Konzeption einer Ausstellung

SPEKTRUM – Farbe ist Alles ist Farbe

Ausstellung der Gruppe impuls(e) in Alzey, 20.1. bis 17.2.2019

Ein Farbspektrum – ein Farbverlauf aus Kunstwerken – zieht sich durch die Räume der städtischen Galerie in Alzey.

Konzeption einer Ausstellung und Zusammenarbeit im Planungsteam

In der Künstlergruppe wird immer wieder über mögliche zukünftige Ausstellungsthemen gesprochen. In einer Diskussion vor einigen Jahren war meine Idee, es einmal mit einem Ausstellungskonzept zu versuchen, in dem es nicht vorrangig um das einzelne Kunstwerk und um den einzelnen Künstler geht, sondern mehr um die Vielfalt und die Wirkung der Ausstellung als Ganzes. Ein Beispiel für eine solche Konzeption ist die jetzige Ausstellung, bei der sich ein Farbverlauf durch die gesamten Räumlichkeiten des Burggrafiats zieht.

Ich habe mich sehr gefreut, dass sich für die Ausstellung im Jahr 2019 vierzehn impuls(e)-Künstler auf diese Idee eingelassen haben. Die weitere Konzeption und die Organisation der Ausstellung habe ich gerne übernommen. Die Einzelheiten der Umsetzung haben wir zusammen in einem Planungsteam, bestehend aus Doris Seibel-Tauscher, Karin Mettner, Wim Fischer und mir, diskutiert und realisiert. Wir haben übrigens toll zusammengearbeitet!

Um die gewünschte Farb-Wirkung zu erreichen, mussten viele Bilder eng nebeneinander platziert werden.
Insgesamt wurden 200 Bilder, Grafiken, Fotografien, Collagen und Skulpturen – unter anderem in der sogenannten Petersburger Hängung – präsentiert.

Um diese Art der Hängung in den Räumlichkeiten des Burggrafiats umzusetzen, mussten wir uns etwas Besonderes einfallen lassen. Mit den vorhandenen Bilderschienen allein konnten wir die Konzentration der Bilder nicht erreichen. Im Planungsteam wurde dann die Möglichkeit einer Maschendrahthängung erarbeitet. Zusammen mit weiteren Ausstellern wurden acht bis über 4 Meter breite Drahtgestelle als Basis für die Bilderhängung gebaut.

Nach Sichtung der von den Künstlern eingereicht Werke konnten wir den Farbverlauf durch die einzelnen Räume festlegen. Der erste Raum wurde mit Gelb belegt und der anschließende Verlauf führt über Orange, Rot, Pink, Violett, Blau und Türkis bis hin zu Grün.

Der nächste Schritt war die Konzeption der einzelnen Wände. Die Kunstwerke wurden nach verschiedenen Kriterien geordnet: was passt zusammen, was ergänzt sich, welche Wand wird eng gehängt, wo gibt es Gemeinsamkeiten, wo Gegensätze, usw.

Es ergaben sich ein paar sehr interessante thematische Konzentrationen, z.B. die Wasserwand oder die Skulpturengruppe im blau-türkisfarbenen Raum. Im gelben Raum bilden drei Landschaften zusammen eine gemein­same Horizontlinie.

Manche Wände wirken durch visuelle Gemeinsamkeiten: z.B. ähnliche Kontrast-Kombinationen wie rot-schwarz  – oder durch Bilder mit vielen kleinteiligen Elementen.

Wir verstärkten mit der Hängung auch punktuell inhaltliche Gemeinsamkeiten. So finden sich zwischen unterschiedlichen Bildern immer wieder Ähnlichkeiten, z.B. zwei Stillleben oder zwei Stiere nebeneinander. Die Verbindung ist die Farbe, die Ausarbeitung ist meist sehr unterschiedlich.

Die Werke gehen aufeinander ein, sie beeinflussen sich gegenseitig, verstärken, unterstützen sich oder treten in manchen Fällen auch in Konkurrenz. Die Energie ist spürbar.

Als Rahmenprogramm während der Ausstellung bieten die Künstler jeweils Sonntags kleine Aktionen im Zusammenhang mit Farben an.

Plakat und Einladung wurden von bureau23, unserem Designbureau, gestaltet.