360° Rundumblick –
gezeichnete/gemalte „Street Views“

Im Rahmen meiner künstlerischen Tätigkeit greife ich Kontraste und Eindrücke aus meiner Umgebung auf und werfe einen bildnerischen Blick auf meine Umwelt – als ihre Abbildung in meiner Interpretation.

Ein (ab-)bildender Künstler zeigt im Regelfall seine Perspektive, seinen Blickwinkel. Ein Bildausschnitt stellt aber nur einen Teil dessen dar, was wir wahrnehmen. Wenn man den Kopf dreht, erweitert sich der Blickwinkel, wenn man sich um die eigene Achse dreht, hat man einen 360° Rundumblick.

Die digitale Variante des ‚sich-um-die-Achse-Drehens‘ ist ein sogenanntes 360 Grad Panorama – zu sehen z.B. bei Google Street View. Solche Fotos werden mit einer speziellen Fotokamera, einer Surroundview-Kamera, gemacht, die mehrere Winkel gleichzeitig aufnimmt und zu einem Bild zusammenfügt.

Wenn ich als Künstlerin den gesamten Raum aus mehr als nur einem Blickwinkel zeigen möchte, kann ich einzelne Zeichnungen aus verschiedenen Perspektiven erstellen. Oder ich drehe mich um die eigene Achse und bilde das Gesehene fortlaufend in ein und derselben Zeichnung ab, bis ich wieder am Startpunkt angekommen bin.

Daraus ergibt sich ein Panorama, das man zu einem Rundum-Bild (in Form eines Ringes) verbinden kann.

Ein direkter Blick auf die Ergebnisse findet sich hier ->

Als Betrachter kann ich mich in diesen Ring stellen, mich um die eigene Achse drehen, oder ich kann den Bild-Ring bewegen und um mich drehen lassen.

Ausgehend vom Rundumblick der Google Street Views stelle ich die Frage, wie ein gezeichnetes bzw. gemaltes 360°-Original wirkt, wenn es im digitalen Raum gedreht und bewegt werden kann?

Die Umsetzung

Im Rahmen des Projekts ‘360 Grad‘ beschäftigte mich die künstlerische Umsetzung solcher Panoramen. Basis meiner Interpretation war die Beobachtung der Szenerie in Skizzen und Fotografien vor Ort, an meinem aktuellen zeichnerischen Lieblingsplatz in Mainz – dem Industriegebiet Ingelheimer Aue.

Im Atelier entstanden Gouachen auf Papier, mehrere Arbeiten im Format von ca. 50 cm x 180 cm.

Zur Betrachtung der Originale werden die Papierfahnen zum Ring geschlossen und an einer beweglichen Halterung (an einen Hulahoop-Reifen) montiert (Danke Sibylle für die Hulahoop-Idee und Clara für den Reifen!).

Kameraaufnahmen

360 Grad Panorama analog und digital

In den frei hängenden Papier-Ring wurde ein Kamerastativ gestellt und das sich drehende 360°-Panorama gefilmt.

Zur Umsetzung der digitalen Variante wurden die Arbeiten auf Papier wurden flach hängend fotografiert. Die entsprechend digital aufgearbeiteten Daten wurden in eine interaktive Präsentation übertragen.

Die Rundumblicke der Originale können durch Interaktion mit der Maus (zoomen und ziehen) spielerisch erfahren werden.

Die 360 Grad Panoramen

Das Video

Video des Panoramas Containerhafen Ingelheimer Aue
(klick aufs Bild zum Anschauen)

Die interaktiven Panoramen

Interaktives Panorama Containerhafen Ingelheimer Aue
(klick aufs Bild zum Anschauen)

Interaktives Panorama Heizkraftwerk Ingelheimer Aue
(klick aufs Bild zum Anschauen)

Interaktives Panorama Industriegebiet Ingelheimer Aue
(klick aufs Bild zum Anschauen)

Das Kunstprojekt 360 Grad von Anne Nilges wurde durch „Im Fokus – 6 Punkte für die Kultur“ der Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur gefördert.

Die Originale können an der Konstruktion frei im Raum aufgehängt werden. Für eine Präsentation der Panoramen bin ich offen für Ausstellungsmöglichkeiten und Kooperationen.

Weitere Werke finden Sie in meinem Portfolio.