Planung und Organisation einer Konzeptausstellung mit einer Künstlergruppe

Die Künstlergruppe impuls(e) läutet seit Jahren mit wechselnden Themen das Ausstellungsjahr der Galerie im Burggrafiat der Stadt Alzey ein. Beim Brainstorming zur Themenfindung konnte ich die Künstlergruppe mit meiner Idee einer Konzeptausstellung überzeugen.

Mein Vorschlag war eine Gemeinschaftsausstellung, die Vielfalt und Wirkung des Ganzen in den Vordergrund stellt und sich nicht vorrangig um das einzelne Kunstwerk oder den einzelnen Künstler dreht. Im Gegensatz zur bewährten Vorgehensweise, jedem Künstler “seine Wand” zuzuordnen, sollten die Werke diesmal nach anderen Kriterien gehängt werden. Ein Farbverlauf mit allen Werken sollte sich durch die gesamten Räumlichkeiten des Burggrafiats ziehen.

Zusammenarbeit im Planungsteam

Während Konzeption und Organisation der Ausstellung weitestgehend auf meiner Seite lagen, wurden die Einzelheiten der Umsetzung zusammen in einem Planungsteam (bestehend aus den impuls(e)-Mitgliedern Doris Seibel-Tauscher, Karin Mettner, Wim Fischer und mir) diskutiert und realisiert. Die Zusammenarbeit verlief sehr produktiv und harmonisch.

Meine Rolle bei der Umsetzung der Ausstellung »Spektrum«

Die Ausstellungsplanung wurde zusammen mit einem Projektteam der Künstlergruppe realisiert.  Mein Input als Projektleitung war:

  • Idee und Ausstellungskonzeption
  • Organisationsleitung
  • Organisation und Kuratieren im Planungsteam
  • Planung von ausstellungsbegleitenden Aktionen
  • Einführung in die Ausstellung
  • Design von Plakat und Einladung (mit meiner Designagentur bureau23)
  • Social Media Begleitung

Ich arbeite gerne bei Kunst- und Kulturprojekten mit Ihnen zusammen und freue mich über Ihre Kontaktaufnahme.

Verdichtung der Farbe

Um die gewünschte Farbwirkung zu erreichen, sollten viele Bilder eng nebeneinander platziert werden. Nach Sichtung der von den Künstlern – in einem ersten Schritt digital – eingereichten Werke konnte der Farbverlauf durch die einzelnen Räume festgelegt werden. Vom ersten Raum in Gelb führte der anschließende Verlauf über Orange, Rot, Pink, Violett, Blau und Türkis bis hin zu Grün. Letztendlich wurden insgesamt 200 Bilder, Grafiken, Fotografien, Collagen und Skulpturen präsentiert.

Um diese Verdichtung in den Räumlichkeiten des Burggrafiats umzusetzen, mussten wir uns etwas Besonderes einfallen lassen. Mit den vorhandenen Bilderschienen allein konnte die Konzentration der Bilder – idealerweise in einer Petersburger Hängung – nicht erreicht werden. Im Planungsteam wurde dann die Möglichkeit einer Maschendrahthängung erarbeitet. Zusammen mit weiteren Ausstellern wurden acht (bis über vier Meter breite) Drahtgestelle als Basis für die Bilderhängung gebaut.

Gang durch die Farb-Räume

Raum 2

Gelb

Raum 3

Orange und Rot

Raum 3

Rot und Pink

Raum 5

Blau und Türkis

Raum 6

Grün (Konstruktion)

Die Wände

Bei der Vorplanung der einzelnen Wände suchten wir interessante gestalterische oder thematische Konzentrationen, z.B. die Wasserwand oder die Skulpturengruppe im blau-türkisfarbenen Raum. Im gelben Raum bilden drei Landschaften zusammen eine gemein­same Horizontlinie.

Für die Hängung waren visuelle Kombinationen (z. B. ähnliche Kontrast-Kombinationen wie rot-schwarz – oder Bilder mit vielen kleinteiligen Elementen) oder inhaltliche Gemeinsamkeiten (z. B. zwei Stillleben oder zwei Stiere) ausschlaggebend. Die Verbindung fand immer durch die Farbe statt, auch wenn Technik oder Ausarbeitung differierten.

Der wichtigste Aspekt

Die Werke in einer solchen Hängung gehen aufeinander ein: sie beeinflussen sich gegenseitig, verstärken, unterstützen sich oder treten in manchen Fällen auch in Konkurrenz. Die Energie ist spürbar.

(Auszug aus meiner Einführungsrede bei der Vernissage)

Vernissage

Fotos: © Wolfgang Schmidt

Finissage